Gestern erreichte die Blogsport-Welt und auch den Rest des Planeten die Nachricht, dass zum Spiel Hansa gegen St. Pauli auf Druck der Polizei HH nur 500 personalisierte Gästekarten in den Verkauf gehen, allesamt für Sitzplätze am Millerntor. Das sind 25% des „normalen“ Gästekontingents. Anfangs war eine komplette „Nulllösung“ vorgesehen und die 500er-Variante soll uns jetzt als „Gewinn“ präsentiert werden, zumindest sagen dies die Pressemitteilungen beider Vereine unisono. Die Sicherheit stünde im Vordergrund und dafür verzichte Corny Littmann, großzügig wie er ist, einfach mal so auf 20.000€.
Aber was erwarten sich Vereinsführung und die Polizei? Nur 500 Rostocker in Hamburg? Ein ruhiges „Derby“? Weit gefehlt, denke ich… Es wird kommen, wie es kommen muss. „Alle nach Hamburg, auch ohne Karte“ wird hier erneut die Devise sein. Und somit wird der (offizielle) Plan nach hinten losgehen. (Vielleicht haben die Hamburger Cops ja inoffiziell mal wieder Bock auf Riots und wollen deshalb den Rest der Rostocker draußen vorm Stadion. Who knows?)
Doch was bedeutet das für den deutschen Fußball? Werden Gästefans demnächst komplett ausgesperrt? Immer mehr Personalisierungen bei der Ticket-Vergabe (Hansa hat angedacht, die Karten nur an Dauerkarteninhaber und Vereinsmitglieder abzugeben)? Welche Auswirkungen hat das für Spiele wie HSV/Pauli, Hansa/Cottbus oder Schalke/Dortmund? Werden dadurch Szenen wie in Berlin letzte Woche verhindert? Wird dem Bürger immer mehr „Freiraum“ genommen?
In meinem Kopf wird ein dezentes „Scheiß St. Pauli“ von einem kräftigen „ACAB“ überlagert, wenn ich an dieses Spiel denke.


